Unser aktuelles Projekt in 2016: Kenia

DIE SONNE BRINGT DAS WASSER

Kenia: Das ganze Jahr über sauberes Trinkwasser

Dass es in Kenia genug für eine gute Ernte geregnet hat, ist im November 2015 nun schon zwei Jahre her. Zuvor und auch danach litt das Land immer wieder unter langen Dürreperioden. Wenn der Regen zu spät beginnt und zu früh aufhört, dann ist der Hunger nicht weit. Vor allem für die Viehzüchter und Bauernfamilien in den Regionen Makueni und Kitui, also besonders trockenen Landesteilen Kenias. Denn wenn die Erträge nur mager und die Tiere ausgezehrt sind, bleibt nicht viel, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Zumeist stammt das Wasser für die Haushalte hier aus flachen Brunnen, Quellen, Bohrlöchern und von Felsre-genfängen. Bei nur geringer Regenmenge reicht das Wasser gerade einmal bis August. Danach heißt es für Frauen und Mädchen, bis zu zwölf Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle zu laufen – und dort bis zu fünf Stunden zu warten. Solchen Zeiten der starken Beanspruchung halten die zumeist mit Diesel betriebenen Wasserpumpen nicht stand, und so sind selbst Stellen, die ganzjährig Wasser führen, dann nicht mehr nutzbar. Zwei bis vier Wochen dauert es, eine solche Anlage reparieren zu lassen. Das bedeutet noch weitere Wege bis zur nächsten Wasserstelle, noch weniger Möglichkeiten zur Hygiene sowie die Zunahme weiterer gefährlicher Durchfallerkrankungen.

Haushalte und Schulen werden versorgt

Die Welthungerhilfe plant deshalb, defekte Trinkwasseranlagen in der Region instand zu setzen, 30 m³ große Plastiktanks zum Wasserspeichern aufzustellen, Wasserkioske einzurichten sowie ein Photovoltaik-System als alternative Energiequelle für Wasserpum-pen einzuführen. Das ganze Jahr über brennt in Makueni und Kitui die Sonne vom Himmel. Beste Voraussetzungen also dafür, diese Energie für ein Solarsystem zu nutzen. Von den Bohrlöchern aus werden kilometerlange Rohre das Wasser zu Grundschulen und Gemeinde-Wasserstellen leiten. Gewählte Wasserkomitees lernen, diese Systeme zu pflegen und zu reparieren. Ist Spezialwissen gefragt, arbeiten sie mit Wartungsunternehmen zu fairen Preisen zusammen – finanziert durch die Nutzergebühren. So ist sichergestellt, dass wirklich alles in Betrieb bleibt.

Hier entsteht ein Wasserkiosk mit Solarpanelen. Er arbeitet so effizient, dass künftig weniger Wartezeit nötig ist. © Welthungerhilfe

Eine Befragung in Welthungerhilfeprojekten in Makindu ergab: Bei solarbetriebenen Pumpen betragen die Kosten lediglich Dreiviertel der Summe, die für dieselbetriebene Systeme aufzubringen sind. Während das herkömmliche System viermal in einem Jahr ausfiel, arbeitete das solarbetriebene das ganze Jahr über einwandfrei. Dadurch hatten die Gemeinden dauerhaft sauberes Wasser, einen hohen hygienischen Standard sowie einen stabilen Preis pro Kanister Wasser.

Sauberes Wasser und Hygiene bedeuten weniger Krankheiten

Sauberes Wasser kann jedoch nur dann Krankheiten verhindern, wenn entsprechende Hygienemaßnahmen angewandt werden. Zum Beispiel, indem die Dorfbewohner Toiletten statt öffentlicher Flächen nutzen, regelmäßig die Hände waschen und ihr Trinkwasser sicher vor Verschmutzung transportieren und lagern. Deshalb gehen technische Neuerungen immer Hand in Hand mit Hygie-netrainings. Sowohl in den einzelnen Haushalten als auch in Schulen, so dass Eltern und Kinder gleichermaßen angesprochen werden.

Die geplanten solarbetriebenen Pumpen werden die Menschen noch zuverlässiger mit sauberem Wasser versorgen. Und das ist unabdingbar, um gesund zu bleiben. Denn wer verschmutztes Wasser trinken muss, erkrankt an Durchfall oder Wurmbefall, dessen Immunsystem ist geschwächt, und dessen Körper kann Nährstoffe schlechter aufnehmen, was sich in Mangelernährung zeigt. Und wer geschwächt ist, kann seinen Aufgaben in der Landwirtschaft nicht nachgehen – die Folge ist Hunger für die ganze Familie.

Über den Standort eines Solar-Systems entscheidet: Wie viele Menschen in der Umgebung nutzen die Wasserstelle, wie gut ist die Wasserqualität? Sind schon häufiger Krankheiten in der Region aufgetreten, und wie weit ist der Weg in Trockenzeiten, um an eine Wasserstelle zu gelangen? Wichtig ist, dass sich die Pumpen auf einem eingezäunten und überwachten Gelände befinden. Ein solch geregelter Zugang macht es möglich, dass Nutzer entsprechende kleine Gebühren bezahlen, die als Rücklagen für Reparaturen dienen. Gibt es einen Überschuss, können sogar weitere Pumpen errichtet werden. Zunächst profitieren rund 8.200 Menschen von diesem Projekt.

Gemeinsam nachhaltig handeln

Die neue Technik kommt allen zugute. © Welthungerhilfe

 

In den letzten Jahren legte die kenianische Regierung großen Wert auf technische Neuerungen und erarbeitete dabei auch Lösungen für entsprechende technische und gesellschaftliche Herausforderungen. Davon und auch von eigenen Erfahrungen profitiert die Welthungerhilfe bei der Einführung der mit Photovoltaik betriebenen Pumpen. Ein Ziel ist es, die beteiligten Bewohner mit kleinen Wartungsunternehmen sowie mit dem für Wasser zuständigen Ministerium in enge Verbindung zu bringen. Das bedeutet Nachhaltigkeit auch über die Zeit des Welthungerhilfe-Projektes hinaus.

 

Text und Bilder: © Welthungerhilfe

  • Spendenvolumen 2017 für dieses Projekt 60.000 €
  • Spendenvolumen 2016 für dieses Projekt 55.000 €

Zwischenbericht Kenia Dezember 2016

Download

Zwischenbericht Kenia Juni 2016

Download